Glücksspieler nutzen Systemfehler aus

  • Glücksspieler nutzen Systemfehler aus

    Glücksspieler nutzen Systemfehler aus
    Mit einer einfachen Tastenkombination haben Glücksspieler unter
    anderem in Düsseldorf den Sicherheitscode von Geldautomaten geknackt und
    damit an einem einzigen Abend bis zu siebzigtausend Euro erbeutet.
    Unklar ist, ob das Vorgehen überhaupt illegal ist.

    Die Aktion fand schon im Februar statt. Dabei hatten sich
    Glücksspieler anscheinend deutschlandweit verabredet. In nur einer
    einzigen Nacht erbeuteten sie nach Schätzungen rund zehn Millionen Euro.
    Eine simple Tastenfolge half dabei, den Automaten zu „melken“, wie es
    in der Szene heißt. Eine Anleitung konnten sich Interessierte sogar im
    Internet anschauen.

    Polizei ermittelt gegen einen Verdächtigen
    Allein in Düsseldorf waren neun Spielhallen betroffen. Die Betreiber
    der Automaten hatten nach dem Vorfall Anzeige erstattet. Ein
    Verdächtiger konnte inzwischen ermittelt werden. Der Mann hält sich aber
    für unschuldig. „Es ist nicht geklärt, ob das Vorgehen strafbar ist“,
    erklärte ein Düsseldorfer Polizeisprecher.

    Strafbar oder nicht?
    Bei den meisten anderen Betrugsmaschen an Spielautomaten benutzen
    Täter technische Hilfsmittel, wie zum Beispiel Festplatten, um das Gerät
    zu manipulieren. In diesem Fall hatten die Spieler aber lediglich eine
    bestimmte Tastenfolge eingegeben, ohne etwas am Automaten selber zu
    verändern. „Möglicherweise ist das Eingeben einer bestimmten
    Tastenkombination überhaupt nicht strafbar“, so der Düsseldorfer
    Polizeisprecher.


    Systemfehler brachte Spielern viel Geld

    Die Automaten stellt die Firma Gauselmann in Ostwestfalen her. Das
    Unternehmen vermutet, dass die Tastenkombination von einem Glücksspieler
    rein zufällig entdeckt wurde. Kein System sei eben perfekt. Inzwischen
    haben die Automaten ein Softwareupdate bekommen, der Trick soll jetzt
    nicht mehr funktionieren. Trotzdem haben die betroffenen Düsseldorfer
    Spielhallen große Verluste gemacht. Ob sie das Geld je wieder bekommen,
    ist unklar

    Fehler im System

    Für die Zulassung der bei den Manipulationen genutzten Software ist
    die Physikalisch-Technische Bundesanstalt in Bonn zuständig. Die Behörde
    sieht sich nicht in der Pflicht, die Zulassung zu widerrufen. Die
    Begründung: Es seien "keine unangemessenen Verluste" für Spieler
    entstanden. Die Zulassungspraxis der Bonner Behörde wird jedoch seit
    Längerem von IT-Sachverständigen in Frage gestellt.

    Hauptkritikpunkt: Die Behörde sei nicht in der Lage "Maßnahmen zum
    Spieler- und Manipulationsschutz nach dem Stand der Technik vorzugeben".
    Die Sachverständigen bemängeln in ihrer Stellungnahme für den
    Bundestag vor allem, dass "jede moderne elektronische Registrierkasse
    eine bessere Nachvollziehbarkeit der erfolgten Einnahmen, Ausgaben und
    Umsätze bietet als Geldspielgeräte". Die Folge: Die Aufsteller der
    Gauselmann-Geräte werden im aktuellen Fall keine genaue Schadenshöhe
    beziffern können. Profiteur dieses Umstandes ist - die Firma Gauselmann.
    Denn die Automatenaufsteller haben ohne belegbare Zahlen kein
    effektives Mittel, um von der Firma einen Schadenersatz einzufordern.
    Eine Novelle der damit einhergehenden sogenannten Spielverordnung - mit
    "zweifelsfrei nachvollziehbaren Protokoll- und Abrechnungsdaten zu
    Geldspielvorgängen" - ist zur Zeit nicht in Sicht. Und so werden
    "möglicher Betrug am Spieler und möglicher Betrug am Aufsteller"
    weiterhin "nicht effektiv verhindert".
  • ach :D klar bekommen die ihr Geld wieder :D und zwar mehrfach ...seit Monaten sind gerade die Merkurhallen am Fressen ohne Ende. Da laufen dann einfach die Automaten über ein paar Jahre mit Auszahlungsqouten von 2 bis 5 Prozent und dann ist die Sache wieder geklärt:D

    Wer jetzt ernsthaft vor hat in eine Merkurhallen reinzuwandern der sollte sich besser warm anziehen.

    Gruß: Merkurking